Es war am Donnerstag spätabends im Zentrum, nahe der Konzerthalle, zwischen zwei großen Hotels, als Straßenräuber einen Touristen von hinten anfielen. Weil er seine wertvolle Armbanduhr nicht sofort herausgeben wollte, stachen sie ihn nieder. Die Täter flohen, das Opfer wurde auf die Intensivstation eingeliefert, es ist außer Lebensgefahr, bestätigte ein Polizeisprecher. In der Nacht zu Montag versuchten am selben Ort fünf Jugendliche, dem afghanischen Botschafter die Armbanduhr zu rauben, er trug nur ein paar Kratzer davon. 

Zu Beginn des Sommers starb eine hohe Beamtin aus Südkorea auf Besuch in Barcelona an den Folgen eines Raubüberfalls. Diebe entrissen ihr von einem Motorrad aus die Handtasche, die ältere Frau stürzte dabei unglücklich auf den Kopf.

Dieser Todesfall sorgte für Aufsehen. Denn er illustriert ein Problem, das den Menschen in der spanischen Touristenmetropole zunehmend zu schaffen macht: Straßenkriminalität. 

Barcelona zieht wie kaum eine andere Stadt in Europa Urlauber an. Etwa 30 Millionen sind es jedes Jahr. Lange Zeit war Barcelona auch eine der sichersten Städte des Kontinents. Laut "Economist" kam es noch vor zwei Jahren lediglich in vier europäischen Metropolen seltener zu Verbrechen.

Polizeieinsatz in Barcelona (Archivfoto)
Josep Lago/ AFP

Polizeieinsatz in Barcelona (Archivfoto)

Damit ist es nun aber offenbar vorbei. 2018 stieg die Zahl der Verbrechen in Barcelona innerhalb eines Jahres um mehr als 17 Prozent an – so rasant wie nirgendwo sonst in Spanien. Zehn Morde geschahen. Im ersten Halbjahr 2019 zählte die Polizei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dann noch einmal neun Prozent mehr Taschendiebstähle und 35 Prozent mehr Raubüberfälle auf offener Straße. Seit Jahresbeginn sind schon zwölf Menschen gewaltsam zu Tode gekommen, allein drei in der vergangenen Woche. 

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