Michael Prütz wirkt selbst in Berlin-Kreuzberg ein wenig aus der Zeit gefallen. Im Graefekiez, wo Touristen und junge Neuberliner ihren Cappuccino auch mit Bitcoins bezahlen können, spricht der 66-Jährige ganz selbstverständlich vom "Kampf für die sozialistische Stadt". In seinem Laden prangt unübersehbar ein "Atomkraft? Nein danke"-Aufkleber aus den ökobewegten Siebzigerjahren.

Prütz ist ein unverbesserlicher Radikaler, seit 1968; zunächst Trotzkist, dann fand er seine politische Heimat bei der Alternativen Liste, später bei den Linken, aber die waren ihm auch zu lasch. Unreformierbarer Raucher ist er auch noch. Prütz fingert eine Camel Filter aus der Schachtel, steckt sie an und zieht genüsslich an der Fluppe; mitten in seinem Laden, nicht verschämt vor der Tür.

Er schert sich nicht darum, ob er politisch korrekt oder hip ist. Muss er auch nicht, denn er ist auf der Höhe der Zeit. Prütz kämpft seit Jahren gegen steigende Mieten und gegen Vermieter, die Arme und Normalverdiener aus ihren

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 11/2019.
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