SPIEGEL: In Berlin-Spandau terrorisiert ein Mitglied eines arabischen Clans, genannt "Tyson-Ali", seit Jahren seine Nachbarn. Wie kann so etwas sein?

Geisel: Der Fall ist sehr speziell. Er hat zwar einen Bezug zur Clankriminalität, der Mann ist aber wohl eher ein Fall für den sozialpsychiatrischen Dienst als für das Landeskriminalamt.

SPIEGEL: Experten warnen bereits seit den Neunzigern vor wachsenden Clanstrukturen. Hat der Staat geschlafen?

Geisel: Der Staat hat eindeutig zu lange zugeschaut. Politik und Behörden haben die Clans nicht ausreichend bekämpft. Vielleicht auch, weil die Schäden durch deren Straftaten nicht in die Milliarden gehen, wie bei der organisierten Kriminalität, die im Verborgenen agiert. Die Gefährlichkeit der Clans besteht aber darin, dass sie die offene Bühne suchen und dort die Regeln des Staates missachten. Bei dem Druck, unter dem unsere Demokratie steht, ist das sehr gefährlich. Deswegen muss der Rechtsstaat konsequent seine Regeln durchsetzen. Er darf keine Schattengesellschaften

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 24/2019.
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