Irgendwann im zweiten Akt verliert der Mann dort oben plötzlich den Faden. Stottert und stochert nach dem richtigen Wort. Stammelt, verhaspelt, korrigiert sich, aber da ist es natürlich schon zu spät. Die Bugwelle verebbt, der Druck seiner Rede lässt nach.

Ein Monolog duldet keine Fehler.

Im Licht der Scheinwerfer zerschmilzt der Charme des Franzosen, der sich todesmutig der englischen Sprache in die Arme wirft. Es bleibt ein aufdringlich parfümierter Dialekt. Der Mann reicht einer Assistentin seinen Laptop, nimmt ein Manuskript entgegen, blättert fahrig darin herum, wirft es in die Ecke. Redet weiter.

Aber schon lockern sich die Fäden zwischen dem Vortragenden und seinem Publikum. 1700 sollen es sein im angeblich ausverkauften, augenscheinlich aber nicht ganz gefüllten Koninklijk Theater Carré in Amsterdam. Vereinzeltes Gemurmel steigert sich zu einem Murren. Erste Besucher erheben sich, bahnen sich den Weg zum Ausgang.

Aber was macht der Mann auf der Bühne?

Wirft Bücher ins Wasser einer Badewanne:

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 15/2019.
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