SPIEGEL: Es gibt gerade eine Diskussion, ob an den Unis die Meinungsfreiheit in Gefahr ist. Bernd Lucke, der mittlerweile aus der Partei ausgetretene AfD-Mitgründer, konnte in Hamburg eine Vorlesung nicht halten, weil Studenten die Veranstaltung störten. Wie sehen Sie diesen Fall?

Karliczek: Ich sehe mit großer Sorge, dass wiederholt an Universitäten Vorlesungen gestört oder verhindert worden sind. Hochschulen müssen Orte der freien Debatten, der freien Lehre und des freien Studiums sein. Es geht nicht, dass sich Studentengruppen oder Aktivisten als Meinungszensoren aufspielen. Selbst wenn die ganz große Mehrheit der Hochschulen nicht betroffen war, ist das eine Entwicklung, die den Kern der Freiheit von Wissenschaft und Lehre berührt. Universitäten müssen die Ausübung dieser Freiheiten gewährleisten, auch wenn ich weiß, dass in der Abwägung der Mittel schwierige Entscheidungen zu treffen sind.

SPIEGEL: Sehen Sie eine neue Qualität? Ein paar radikale Studentengrüppchen gab es doch schon immer.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 44/2019.
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