Matthias Rillig, 51, vom Institut für Biologie der Freien Universität Berlin, erklärt, wie der Mensch natürliche Lebensräume zum Kippen bringen kann und was genau einen solchen Kollaps auslöst.

SPIEGEL: Herr Rillig, im Fachmagazin "Science" stellen Sie ein Verfahren vor, mit dem man den Einfluss menschengemachter Umweltveränderungen auf Ökosysteme messen kann. Sie haben dafür Bodenproben untersucht. Warum?

Rillig: Böden sind unabdingbar, um Kohlenstoff zu speichern und die Menschheit mit Nahrungsmitteln zu versorgen – doch sie geraten zunehmend unter Druck, etwa weil die globale Temperatur steigt, es vielerorts trockener wird und immer mehr Stoffe ins Erdreich gelangen, die da nicht hingehören: Antibiotikarückstände, Insektizide, Pilzgifte, Glyphosat, Stickstoffverbindungen aus der Atmosphäre, Salze, Schwermetalle oder Mikroplastikpartikel.

SPIEGEL: Sind die negativen Wirkungen dieser Belastungen nicht längst bekannt?

Rillig: Nein, mehr als 98 Prozent der bisher veröffentlichten Studien zur

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 49/2019.
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