Ich bin stolz auf meine Rosen dieses Jahr, ich kann eigentlich nichts dafür, ein bisschen Schachtelhalmbrühe und Dünger im Frühjahr, sonst habe ich nichts Besonderes für sie getan. Also ist stolz eigentlich das falsche Wort, egal. Ich gieße sie fast nie. Die schaffen das, dachte ich, und weil das vergangene Jahr so trocken war, haben sie offenbar begriffen: tiefer. Wir müssen tiefer in die Erde mit den Wurzeln. Und das machen sie nun.

Ein Nachbar, der nicht mehr gut zu Fuß ist, schaut aus dem Fenster direkt auf meine Rosen und sagt es mir immer wieder:  "Sie sind so schön." Das sind sie, aber eines Morgens beim Gang durch den Garten schaute ich auf die gelben Rosen, die am Tag zuvor noch prächtig über der niedrigen Mauer am Trottoir geblüht hatten, und sah: abgeschnitten. Jede einzelne Blüte, abgeschnitten. Mit Stiel. Es irritiert mich. 

Ein Mensch wünscht sich gelbe Rosen. Das spricht doch für ihn.

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