Die historische Figur des Lienhart Fryermut würde in jeder TV-Serie einen famosen Fiesling abgeben. Gemeinsam mit seiner Partnerin Barbara Tarschenfeindin betrieb Fryermut im 15. Jahrhundert ein Bordell in der damaligen schwäbischen Reichsstadt Nördlingen.

Jene unglücklichen Frauen, die dort ihre Körper anbieten mussten, beutete das Horrorpaar schonungslos aus. Die Huren wurden geschlagen, ausgeplündert und gefangen gehalten. Doch erst ein anderes Verbrechen brachte die grausamen Freudenhauspächter zu Fall.

Fryermut und Tarschenfeindin zwangen die schwangere Prostituierte Els von Eystett, ihr Kind mit einem Trunk aus Immergrün, Karotten, Lorbeer und Nelken ungefähr in der 20. Schwangerschaftswoche abzutreiben. Für diese Untat landete das Horrorpaar vor Gericht. Dass die Details ihrer damaligen Verbrechen der Nachwelt erhalten blieben, ist jenen umfänglichen Ermittlungen zu verdanken, die der Stadtrat von Nördlingen 1471 einleitete.

Kaum jemand hat die Ermittlungsakten so eingehend studiert

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 25/2019.
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