João Vítor ist sieben Jahre alt, und wenn er einen Traktor sieht, bricht er in Tränen aus. "Ein Trecker hat ihm fast den Tod gebracht", sagt seine Mutter Mislania Silva dos Santos.

Es war ein Donnerstag im August, ein kräftiger Wind wehte durch die Straßen von Tomar do Geru, einem Städtchen im armen Nordosten Brasiliens. João Vítor saß in der Schule, als beißender Nebel durch die offenen Fenster drang. Er stieg von einer Orangenplantage auf, die an das Schulgelände grenzt.

Ein Traktor zog dort seine Bahn, er besprühte die Bäume mit Pflanzenschutzmitteln. Der Wind pustete die giftigen Schwaden über die Mauer direkt in die Schule. In den Klassenräumen brach Panik aus, die Kinder keuchten und würgten, ihre Augen brannten.

Die Schulleiterin ließ das Gebäude sofort räumen, doch es war zu spät: Acht Kinder und zwei Lehrer mussten ins Krankenhaus. João Vítor leide unter einer "akuten Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel", diagnostizierte eine Amtsärztin. Sie verschrieb ihm Antiallergika.

Das Kind

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 20/2019.
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