Vor dem Rathaus im südbrasilianischen Blumenau sitzt ein entfernter Verwandter des deutschen Ex-Papstes Benedikt XVI. und versteht die Welt nicht mehr: Warum bloß habe der designierte Präsident von Brasilien international ein so miserables Image? "Es liegt an unserem Außenministerium", sagt dann Jürgen Ratzinger, dessen Vorfahren Ende des 19. Jahrhunderts nach Brasilien ausgewandert sind: "Das ist durchsetzt von Kommunisten. Sie verbreiten ein Zerrbild von unserem Land."

In Blumenau holte der Rechtsextreme Jair Bolsonaro im zweiten Durchgang der Präsidentschaftswahl am vergangenen Wochenende mehr als 80 Prozent der Stimmen, denn unter den Deutschstämmigen im Süden Brasiliens ist er außerordentlich beliebt. Das liegt vor allem daran, dass der ehemalige Hauptmann der Fallschirmjäger ein glühender Antikommunist ist. Blumenau war schon in den Dreißigerjahren ein Zentrum des "Integralismus", der brasilianischen Spielart des Faschismus.

Von einer angeblichen roten Gefahr redet der neue Präsident

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 45/2018.
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