Es war im Juni, mitten in der Schlacht um Theresa Mays Nachfolge, als in London erstmals ein unerhörter Gedanke die Runde machte: Was, wenn der neue Premierminister einfach das Parlament schließen würde, um ungestört seinen Wunschbrexit durchdrücken zu können?

"Das ginge gegen alles, wofür unsere Männer (im Zweiten Weltkrieg) an den Stränden gekämpft haben und gestorben sind", sagte seinerzeit Matt Hancock, der heute Boris Johnsons Gesundheitsminister ist. "Das wäre irre", sagte Nicky Morgan, die inzwischen Boris Johnsons Kulturministerin ist. "Man setzt eine demokratische Entscheidung nicht durch, indem man die Demokratie zerstört", sagte Sajid Javid, der Boris Johnson mittlerweile als Schatzkanzler dient.

Am Mittwoch nun hat Boris Johnson angekündigt, dass er das Parlament demnächst für fünf Wochen dichtmachen werde. Er will seinen Wunschbrexit von jetzt an im Alleingang durchdrücken. Und soweit man weiß, hat keiner seiner Minister ernsthaft dagegen protestiert.

Man könnte schmunzeln über

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 36/2019.
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