Anfang Januar debattierte das britische Parlament über eines der drängendsten Probleme des Landes. Philip Alston, Uno-Sonderberichterstatter, zuständig für den Bereich extreme Armut, hatte das Vereinigte Königreich damit zum Jahresende unsanft konfrontiert. Nach einer zweiwöchigen Reise durch die fünftreichste Volkswirtschaft der Erde hatte Alston, der sich sonst überwiegend in Afrika oder Mittelamerika umtut, der Regierung Theresa Mays vorgeworfen, zahllose Bürger systematisch ins Elend getrieben zu haben. Es sei "nicht nur eine Schande, sondern ein soziales Unglück, ein ökonomisches Desaster", dass Millionen britische Kinder in Armut lebten.

Das konnte so nicht stehen bleiben. Die Debatte im Unterhaus war auf einen Montagabend angesetzt. 14 von 650 Abgeordneten nahmen daran teil. Die zuständige Ministerin schickte einen ihrer Stellvertreter. Der versprach, Alstons Bericht "ernst zu nehmen". Und dann waren die 30 Minuten für den Tagesordnungspunkt auch schon wieder vorbei.

Am kommenden Dienstag

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 5/2019.
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