Es ist 22.15 Uhr, als der Vorsitzende des Schöffengerichts zur Urteilsverkündung eilt. Die Protokollantin unterdrückt ein Gähnen. Außerhalb dieses Raumes halten sich nur noch zwei Personen im Amtsgericht Brilon auf: ein Wachtmeister an der Pforte und eine Richterin, die Überstunden macht. Der Vorsitzende Dietmar Härtel verkündet: Der Angeklagte O. wird zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten wegen Betrugs in einem besonders schweren Fall verurteilt.

Es ist ein vergleichsweise hartes Urteil an diesem Oktoberabend in Brilon, einer Stadt im Hochsauerlandkreis. Ein Urteil, das auch ein Signal an Kriminelle sein könnte, die sich eine besonders schutzwürdige Opfergruppe ausgesucht haben: ältere, hilfsbedürftige Menschen, die nur mit Unterstützung im Alltag bestehen können. Kranke Menschen, die darauf angewiesen sind, Fremden zu vertrauen. Menschen, die anderen ausgeliefert sind, weil sie betreut und versorgt werden müssen. Sie sind ideale Opfer.

Oder wie es der Vorsitzende Härtel

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!