Das Leben beginnt im Überfluss. Die Larven von Nicrophorus vespilloides, dem Schwarzhörnigen Totengräber, schlüpfen unmittelbar neben ihrer Nahrungsquelle. Gleich darauf krabbeln sie hinein in eine Wiege aus Halbverdautem, die ihre Eltern für sie angelegt haben. Die Larven könnten selbstständig davon essen. Stattdessen aber recken sie Mutter und Vater Totengräber ihre Beinchen entgegen und betteln um Futter. Prompt nähren die erwachsenen Käfer den Nachwuchs von Mund zu Mund.

"Das sieht ein bisschen aus wie ein Kuss", sagt Sandra Steiger. An der Universität Bayreuth hat sie vor Kurzem den Lehrstuhl für Evolutionäre Tierökologie übernommen. Mit ihr und ihrem Team bezogen Tausende Totengräber Quartier in den Räumen auf dem Campus.

In Plastikboxen mit blauem Deckel hausen sie nun im Torf; Klimakammern simulieren die Kühle der Wälder, in denen diese Käferart normalerweise lebt. Auf den Labortischen stehen Gaschromatografen zur Analyse der Ausdünstungen, Laservibrometer protokollieren das leise

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 26/2019.
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!