Wenn Christof Gramm im Bundestag auftritt, verliert der sonst eher gelassene Präsident des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) schon mal die Contenance. In den vertraulichen Protokollen ist ein solcher Moment beschrieben. Es ging um rechtsextreme Soldaten bei der Bundeswehr-Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte. Ein Abgeordneter wollte von Gramm wissen, warum der MAD nicht rechtzeitig eingegriffen habe.

Der Geheimdienstchef konterte für seine Verhältnisse fast zornig. Viele hier, fuhr der Jurist die Abgeordneten an, verstünden die Aufgabe des kleinsten Geheimdienstes des Bundes nicht. Seine Behörde mit knapp 1200 Mitarbeitern sei keine "Bundeswehr-Stasi" oder Gewissenspolizei. Er dürfe nur gegen Soldaten ermitteln, wenn es tatsächliche Anhaltspunkte für deren verfassungsfeindliche Gesinnung gebe, zitierte Gramm die Gesetzeslage.

Die Szene aus dem Januar lässt erahnen, unter welchem Druck der Präsident und sein Nachrichtendienst stehen. Enthüllungen über Neonazis in der Truppe, die erst nach

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 37/2019.
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