Roche, 41, wurde als TV-Moderatorin bekannt. Ihre Romane "Feuchtgebiete", "Schoßgebete" und "Mädchen für alles" waren Bestseller. Gemeinsam mit ihrem Mann Martin Keß, 55, präsentiert sie vom 21. Juni an auf der Plattform Spotify den Podcast "Paardiologie", in dem sie schonungslos über ihre Ehe reden wollen. Keß war Mitgründer des TV-Unternehmens Brainpool, heute ist er Mitbetreiber der Kölner Kaffeerösterei Van Dyck. Er ist bisher nicht öffentlich aufgetreten und wollte sich auch für dieses Gespräch nur so fotografieren lassen, dass man ihn nicht erkennt. Roche hat eine Tochter, Keß einen Sohn.

SPIEGEL: Frau Roche, als junge Frau haben Sie mal gesagt, dass Sie sich Ihr Leben so vorstellen: Der Kerl bleibt zu Hause, Sie machen Karriere. Sind Sie damit zufrieden, wie es gekommen ist?

Roche: Absolut. Wir arbeiten zwar beide, aber die häuslichen Aufgaben erfüllt mein Mann um Lichtjahre besser.

Keß: Bügeln. Oder Backen. Ich bin ein totaler Rezept-Nazi. Wenn ich mir vornehme, Apfelstrudel zu backen, recherchiere ich die 30 besten Beiträge im Internet, vergleiche, fasse zusammen und komme so zum vermeintlichen Idealrezept. Das wird dann sklavisch umgesetzt. Ich neige zu Pedanterie.

Roche: Ich nicht. Als wir uns kennengelernt haben, hatte ich keine Schränke, sondern habe aus dunkelblauen Müllsäcken gelebt.

SPIEGEL: Nun wollen Sie Deutschland in einem Podcast an Ihrem Eheleben teilhaben lassen. Wie muss man sich das vorstellen: als Ehekomödie oder als Drama im Stil von "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?"?

Keß: Als Drama nicht. Die Leute werden hoffentlich nicht auf uns blicken und sagen: Die sind total schrecklich.

SPIEGEL: Warum sollten sie? Sind Sie schrecklich?

Roche: Wir sind wie alle. Nur dass viele Paare so tun, als wäre alles toll, und über ihre Konflikte schweigen. Ich bin sehr gegen Schweigen. Ein Beispiel: Wir brüllen uns oft an, bevor wir zu Einladungen gehen, weil Martin lieber zu Hause bleiben will und ich sage, da fahren wir jetzt hin. Trotz aller Bemühungen, es zu überspielen, bekommen die Gastgeber dann doch mit, dass etwas nicht stimmt. Bevor sie denken, wir hätten ein Problem mit ihnen, erzählen wir inzwischen lieber gleich, dass wir uns gerade zwei Stunden lang angeschrien haben. Dann sagen die: Ha, lustig, wir haben uns eben auch gestritten. Dann ist der Abend sofort ganz anders.

SPIEGEL: Ihre Ehe scheint eine recht anstrengende Veranstaltung zu sein. Kann es sein, dass Sie permanent darauf bedacht sind, alles richtig zu machen?

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 25/2019.
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