Wenn Ariel Flores seine Sonnenbrille absetzt, blickt man in ein waches linkes Auge und auf der anderen Seite in ein verkrustetes Loch. Am Mittwochmorgen dieser Woche sitzt Flores in der Augenklinik des Salvador-Krankenhauses in Santiago de Chile und wartet darauf, dass er endlich aufgerufen wird, ein 21-jähriger Student in Jogginghose, der noch immer kaum begreift, was mit ihm geschehen ist.

Wie an den Tagen zuvor, sagt Flores, war er auch an jenem 29. Oktober mit ein paar Freunden auf der Plaza Baquedano in Santiago, um seiner Wut auf eine korrupte Elite Luft zu machen, die sich "einen Scheißdreck" darum schere, dass sich Leute wie er das Leben kaum noch leisten können. Dann flogen Steine, es brach Panik aus, in Flores' Augen brannte Tränengas. Er sei gerannt, erzählt er, ohne genau zu wissen, wohin, und als er sich umdrehte, stand drei Meter vor ihm ein Polizist.

Flores blickte in den Lauf der Waffe. Dann wurde es dunkel. "Als das Projektil einschlug, habe ich gleich gewusst: Das war's",

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 46/2019.
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