Chinas Diplomaten hüten sich, seinen Namen öffentlich auszusprechen, obwohl viele von ihnen beinahe täglich mit ihm konfrontiert werden: Der deutsche Anthropologe Adrian Zenz, 45, hat fast im Alleingang eine Debatte ausgelöst, die Chinas Führung stark zusetzt. Er hat die Geschichte der Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren erforscht und das System von Internierungs- und Umerziehungslagern aufgedeckt, das Peking im Westen des Landes errichtet hat. Über eine Million Muslime sitzen laut Zenz in diesen Lagern fest, ohne Verfahren, ohne Gerichtsurteile.

Was Zenz' Forschung für Peking so unangenehm macht: Er arbeitet mit chinesischen Regierungsdokumenten und teilt die Ergebnisse mit internationalen Organisationen, den Regierungen in Kanada und den USA sowie den Vereinten Nationen. "Das erklärt vermutlich", sagt er, "warum mich Chinas Regierung bis heute nie direkt kritisiert hat oder auf meine Forschung eingegangen ist. Sie haben meinen Quellen im Kern nichts entgegenzusetzen."

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 48/2019.
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