In einer Grundsatzrede hat Chinas Staatschef Xi Jinping eine baldige Wiedervereinigung mit Taiwan gefordert, der Inselrepublik im Westpazifik, die von Peking als abtrünnige Provinz betrachtet wird. Taiwan hatte sich nach dem Ende des chinesischen Bürgerkriegs 1949 vom kommunistischen Festland losgesagt und zu einer Demokratie entwickelt. 1979 erkannten die USA Peking diplomatisch an und stuften ihre Beziehungen mit Taipeh herunter, verpflichteten sich aber, Taipeh weiterhin zu unterstützen.

In den vergangenen Jahren haben sich vor allem die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und Taiwan verbessert. Seit der Wahl von Tsai Ing-wen zur taiwanischen Präsidentin 2016 aber verstärkt Peking den politischen Druck auf Taipeh. Chinas Führung rückt damit immer weiter von der zurückhaltenden Außenpolitik ab, die Mao Zedongs Nachfolger Deng Xiaoping (1904-1997) geprägt hatte. Victor Gao, 56, war Übersetzer von Deng Xiaoping und ist heute Vizepräsident der Denkfabrik "Center for China & Globalization" in Peking.

SPIEGEL: Staatschef Xi Jinping sagt, Taiwan müsse und werde mit China vereinigt werden. Was genau bedeutet das? 

Gao: Xi Jinpings Rede ist ein Wendepunkt. Mao Zedong sagte, Taiwan müsse "befreit" werden. Deng Xiaoping sprach von der "friedlichen Wiedervereinigung" Chinas. Nun beginnt dieser Prozess konkret. 

SPIEGEL: Wann soll diese Wiedervereinigung vollzogen werden? 

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