Juden 

Maimonides wird die Zweifel seiner Glaubensbrüder und -schwestern gekannt haben, als er um 1190 seinen "Führer der Schwankenden" fertigstellte. Die Zweifel, ob die jahrhundertealten Ge- und Verbote der Tora, darunter die Speisegesetze, die "Kaschrut", überhaupt noch Sinn machten. Denn der Übergang ins Hochmittelalter war für die Juden in vielen Gegenden Europas geprägt von Isolierung oder gar Vertreibung, von Angst und Gewalt. Es herrschte Krieg.

Das Leben von Maimonides, dem bedeutendsten jüdischen Religionsphilosophen des Mittelalters, ist exemplarisch für die Epoche: Seine Vorfahren hatten friedlich mit Christen und Muslimen unter der Herrschaft der Umayyaden im südspanischen Al-Andalus gelebt. Er selbst wurde in den 1130er-Jahren in Córdoba geboren. Doch noch als Kind musste er mit seiner Familie vor den neuen muslimischen Herrschern fliehen, den Almohaden. Bereits 1066 hatten sie in Granada rund 4000 Juden getötet. Kreuz und quer zog Maimonides mit seiner Familie durch Spanien,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Geschichte-Ausgabe 1/2019.
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