Durch das Refektorium, den Speisesaal des Klosters, hallt das Klappern von Geschirr. Die Mönche sitzen an langen Holztischen und löffeln schweigend ihre Flädlesuppe. Zur Abendmahlzeit wird Entertainment geboten: Von einer Kanzel herab liest ihnen ein Mitbruder aus einem Buch vor. Es handelt von den ersten Christen im antiken Rom, die anfangs eine Sekte waren, in kleinen Hausgemeinschaften lebten, am Rande der Gesellschaft.

Die Wände des schwach beleuchteten Refektoriums sind mit gemalten Bibelszenen geschmückt, den Boden zieren Mosaike. Die meisten Tische in dem turnhallengroßen Raum bleiben unbesetzt. Auch im angrenzenden Wohntrakt der Mönche, der sogenannten Klausur, sind ganze Flure verwaist. Viele Zimmer stehen leer oder werden als Lagerraum genutzt. Ihre ehemaligen Bewohner sind oft schon vor langer Zeit gestorben.

Vor 90 Jahren lebten hier, in der Erzabtei der Benediktiner in Beuron südlich von Tübingen, bis zu 300 Mönche. Aktuell sind es noch 39, Tendenz weiter sinkend: Das Durchschnittsalter

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 38/2019.
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