Die Geschichte beginnt mit einem Porträt, einer Frontalansicht. Grau in grau. Der Kühlschrank, die Mikrowelle, die Fliesen, die Wand, alles grau. Davor Sabrina. Graue Haare, obwohl sie nicht alt ist, die Augen zwei schwarze Punkte, das Gesicht ein paar Striche und Kringel in einem blassbeigen Oval. Auf dem verblichenen T-Shirt sind schwarze Sterne zu sehen, als wäre hier ein Stern gestorben – und ein schwarzes Loch geblieben.

Sabrina wird nach wenigen Seiten aus der Geschichte verschwinden. Aber schwarze Löcher sind hungrige Dinger. Das Fehlen der unscheinbaren Frau erzeugt einen Sog, der auf jeder Seite dieses Comics spürbar ist.

Als "Sabrina" voriges Jahr bei Drawn & Quarterly erschienen ist, dem bekanntesten Verlag für Comics ohne Superhelden, sagte die britische Schriftstellerin Zadie Smith, es sei "das beste Buch – egal in welchem Medium –, das ich über den derzeitigen Moment gelesen habe". Mit dem "Moment" meinte sie die Trump-Präsidentschaft, die Apotheose von Fake News und Verschwörungstheorien.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 37/2019.
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