Es ist ein altes Foto, schon leicht vergilbt, die Ecken sind teilweise eingerissen. Das Bild zeigt Paula Vargas, als sie sechs Monate alt ist. Sie trägt ein Strampelhöschen und ein kurzärmeliges Hemd, ihre Mutter kniet seitlich vor ihr. Das Baby lächelt, neben ihm sitzt ein großer Plüschbär.

Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass Paula verkümmerte Arme hat. Aus dem Oberteil ragen nur die Spitzen ihrer fehlgebildeten Fingerchen hervor. Das Foto, entstanden 1962, ist ein Zeitdokument. Es erinnert an eine weltweite Tragödie, die ihren Ursprung in Deutschland hatte und bis heute andauert. Eine Tragödie, die seit einigen Wochen wieder Geschädigte, ihre Anwälte und Experten empört.

Paula Vargas war eines von zahlreichen Kindern, die von Ende der Fünfzigerjahre an in Brasilien mit schweren Fehlbildungen auf die Welt kamen. Ihre Mutter hatte in der Frühphase der Schwangerschaft das Schlafmittel Sedalis eingenommen, ein damals in Brasilien stark beworbenes Präparat. Ein Arzt verschrieb Paulas

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 49/2019.
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