In der Sherlock-Holmes-Geschichte "Das Zeichen der Vier" verblüfft der Meisterdetektiv einmal seinen Assistenten Watson. Er wisse, wo Watson gewesen sei, eröffnet er dem pflichtschuldig Überraschten, in einem Postamt an der Wigmore Street nämlich. Was ihn verraten habe: der rötliche Sand an der Schuhsohle, der nur in dieser einen Londoner Straße zu finden ist.

Was aber, überlegt eine Figur in Siri Hustvedts neuem Buch "Damals", wenn Watson einfach nur am Postamt vorbeigegangen ist? "Nein", geht es weiter, "Sherlock Holmes hat immer recht, weil Conan Doyle, sein Erfinder, ein fiktionales Universum eingerichtet hat, in dem rote Erde und rote Fäden ... unweigerlich zu einer Lösung führen."

So funktionieren alle Romane von Hustvedt, seit sie vor mehr als 30 Jahren die Bühne der Literatur betrat. Im Doyle-Universum mag es gerade Linien geben und das eine immer aus dem anderen folgen. Im Hustvedt-Universum hingegen liegt die Schönheit in der Vieldeutigkeit: Ihre Protagonisten haben dunkle Geheimnisse,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 10/2019.
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