Der Ort, an dem ihr Sohn sein Glück fand, liegt am Rande der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Majakovskij-Straße, eine Seitengasse in einem Wohnviertel. Grau, dreckig, glanzlos ist die Stadt hier. Von der Straße aus sind nur Wellblechdächer hinter Mauern zu sehen. Das Viertel grenzt an einen Kanal; schlammbraun fließt das Wasser, am Ufer sammelt sich Plastikmüll.

Das hier war seine Welt, sagt Ines Semisch-Graßmann. Das Beste, was ihrem Sohn passieren konnte.

An einem Mittag im März dieses Jahres geht sie zusammen mit ihrem Mann auf ein Holztor zu. Tags zuvor waren sie in Berlin in ein Flugzeug gestiegen, mehrere Tausend Kilometer flogen sie Richtung Osten, nachts kamen sie in Kirgisistan an.

Ein Mann öffnet das Tor. Er trägt Jogginghose, Schlappen, über seinem Bauch spannt ein Polohemd. Als er Ines Semisch-Graßmann in die Arme schließt, beginnt sie zu weinen.

Er bittet sie hinein. Seine Frau serviert geräucherten Lachs und Soljanka. Ines Semisch-Graßmann überreicht ihnen Salami und Landjäger.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 27/2019.
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