Es war einmal ein literarisches Land. Ein Land der Fiktionen und des Glaubens an sie. Die Dichter hier hatten eine ungeheure Bedeutung. Für die Machthaber, für deren Gegner, für die Leser. Man war immer auf der Suche nach Botschaften, Widerständigkeiten, Widersprüchen.

Literatur war Macht und Gegenmacht zugleich. Vielleicht war es überhaupt erst die Angst der Machthaber vor den Fiktionen, die der Literatur diese starke Stellung hier verschaffte. Hier im Osten, in der DDR, der Deutschen Dramatiker Republik.

Der Staat verschenkte seine Gunst, und er entzog seine Gunst. Er konnte unerbittlich sein, wenn ein Autor oder eine Autorin erst mal als Gegner identifiziert war. Walter Kempowski, Uwe Johnson, Jürgen Fuchs und viele heute Vergessene wurden verfolgt, inhaftiert, litten ihr Leben lang unter den Folgen.

Andere Dichter waren machtvolle Repräsentanten des Staates. Der Emigrant Johannes R. Becher wurde der erste Kulturminister und rief viele der Emigranten zurück, die vor den Nazis ins Ausland

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 54/2019.
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