Ohrwurm

"Wake Me up Before You Go-Go", dudelt es plötzlich im Ohr, während wir unter der Dusche stehen. Sofort singen wir den alten George-Michael-Hit innerlich mit. Wir seifen uns weiter ein, während es im Kopf wieder von vorn losgeht: "Wake Me up!" – und wir wieder innerlich einstimmen.

Ohrwürmer tauchen immer dann auf, wenn wir nicht viel tun: beim Spazierengehen, beim Abwaschen – oder unter der Dusche, bei Routinetätigkeiten eben. Dann graben sie sich an die Oberfläche des Bewusstseins. Und nutzen freie Kapazitäten des Arbeitsgedächtnisses.

Was passiert dabei im Gehirn? Abgelegt ist der Song nach dem ersten Mal Hören vor allem im Schläfenlappen. Daraufhin spielt sich das Lied in Gedanken ab: Wir hören es quasi im Kopf. Gleichzeitig führt ein Reizsignal an den Stirnlappen dazu, dass wir die Melodie innerlich mitsingen. Eine Endlosschleife: Das Singen im Kopf führt zu innerlichem Hören, was wiederum das Singen anstößt. Der Ohrwurm ist geboren.

Aber warum gerade dieses Lied? Wahrscheinlich, weil es einen schnellen Beat hat und eine zunächst steigende ("Wake Me up") und dann fallende Tonfolge ("Before You Go-Go"). Genau solche Songs haben besonderes Ohrwurmpotenzial, wie Londoner Forscher um Kelly Jakubowski herausfanden. Und natürlich helfen Wiederholungen: Songs, die ganz oben in den Charts stehen, sind die häufigsten Ohrwürmer.

Doch wie werde ich den Wurm wieder los?

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Wissen-Ausgabe 2/2019.
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