Es war am Totensonntag, als Rainer Wendt seinen Traum begrub. Und weil er nur laut und schrill und scharf kann, gab der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft auf Facebook auch in eigener Sache den verbalen Pistolero. Die SPD verbreite "hemmungslos Lügen". Grüne und Linke würden das "nachplappern". Und "nahezu alle Medien" führten "eine Hetzjagd" gegen ihn. Deshalb könne die CDU seine Ernennung zum Innenstaatssekretär in Sachsen-Anhalt nicht durchsetzen. Peng.

Der Knall war rasch im ganzen Land zu hören, weil Wendt noch die "Bild"-Zeitung anrief. Unter Verzicht auf Belege diktierte er: "Die CDU ist vor Linken, Grünen und Sozialdemokraten eingeknickt und hat kapituliert. Das Kommando kam aus dem Kanzleramt."

Spätestens jetzt war sie da – die nächste Affäre Wendt. Ein Politskandal, dessen Folgen noch nicht absehbar sind. Die Keniakoalition in Magdeburg aus Schwarzen, Roten und Grünen wackelt. Die Personalie, an Dilettantismus kaum zu überbieten, weckt Zweifel an der politischen Kompetenz der

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 49/2019.
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