Seit mehr als vier Jahrzehnten beschäftigt sich Kepel, 64, der in Paris an der berühmten École normale supérieure lehrt, mit dem Nahen Osten. Vor einem Jahr hat er sich an einer großen Analyse dieser Region versucht; herausgekommen ist ein 450 Seiten dickes Buch, das nun auf Deutsch erscheint. Er beschreibt darin die historischen Anfänge des internationalen Dschihad, die schrittweise Islamisierung des Nahen Ostens und die Ursprünge der zunehmenden schiitisch-sunnitischen Spaltung. Es ist ein Buch, das es wohl nicht geben würde, wenn IS-Kämpfer ihn vor drei Jahren nicht mit dem Tod bedroht hätten. Kepel hatte auf einmal unfreiwillig viel Zeit zum Schreiben.


SPIEGEL: Herr Kepel, stehen Sie eigentlich immer noch unter Polizeischutz?

Kepel: Nein, mit dem Fall von Rakka konnten die Sicherheitsmaßnahmen in Abstimmung mit den französischen Geheimdiensten aufgehoben werden. Der schönste Moment war, als ich nach eineinhalb Jahren wieder allein in einen Bus steigen konnte. Ich hätte nie gedacht, dass

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 39/2019.
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