Wer die Grenze sucht, kann ins Nonstal hinter dem Gampenpass fahren, wo sich das Tal aufspannt zwischen der Laugenspitze im Norden und der Brentagruppe im Süden. Dort findet man sie zwischen den Dörfern Tret und St. Felix. Sie liegen zwar beide in Italien und nur zwei Kilometer voneinander entfernt, und doch kommt das eine, St. Felix, sehr tirolerisch daher – mit seinen breiten Giebeldächern und den Holzschnitzerwerkstätten – und das andere, Tret, mit dem Tabacchi-Laden und den schmalen Gassen, sehr italienisch.

Und man findet die Grenze auch in den Geschichten der Bewohner.

Maria Kofler, 68, ist Vorsitzende des Chronistenvereins und in St. Felix geboren. Ihre ältere Schwester war mal Bürgermeisterin, ihre jüngere Schwester ist es jetzt, aber es gibt Leute, die sagen: Wenn man wirklich etwas wissen möchte über die Südtiroler und den Ort, dann müsse man die Maria fragen. Früher, sagt Kofler, hätten die Italiener die deutschsprachigen Südtiroler als "crucchi" beschimpft, als "Brotfresser",

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Geschichte-Ausgabe 3/2019.
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