Vergangene Woche versuchte sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron als Prophet. Mit einer Mischung aus Genugtuung und Schadenfreude verkündete er den Niedergang Deutschlands. Die Bundesrepublik "befindet sich vermutlich am Ende eines Wachstumsmodells", sagte er. Dieses setze einseitig auf Exporte, beute Kostenvorteile aus und sei "das Gegenteil des sozialen Projekts, das ich für Europa vertrete".

Die Empörung des Präsidenten ist unberechtigt, seine Analyse gleich in mehrfacher Hinsicht falsch. Macron tut so, als gäbe es so etwas wie ein aus Berlin verordnetes Regierungsdesign für die deutsche Wirtschaft. Doch weder im Kanzleramt noch in den Ressorts für Finanzen oder Wirtschaft arbeiten beamtete Modellschreiner daran, deutschen Unternehmen Geschäftspläne oder Produktpaletten vorzuschreiben. Die Zusammensetzung der deutschen Wirtschaft mit ihrem hohen Industrieanteil ist Folge von Fertigkeiten deutscher Unternehmen und ihrer Mitarbeiter, von Standortbedingungen und nicht zuletzt der Kaufentscheidungen

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 19/2019.
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