Seitdem Sevgi Cebeci vor neun Jahren an Krebs erkrankt ist, führt sie zwei Kämpfe: einen gegen die Krankheit, den anderen gegen den türkischen Staat.

Cebeci, 50 Jahre alt, lebt in der Stadt Dilovası in der Provinz Kocaeli, etwa 45 Kilometer östlich von Istanbul – und genau das, sagt sie, sei der Grund für ihren Lymphdrüsenkrebs.

Kocaeli war einmal ein idyllischer Landstrich zwischen Marmarameer und Schwarzem Meer, die Bewohner bauten Wein und Pfirsiche an. Heute ist von der Idylle nicht mehr viel übrig. Mehr als 2000 Industrieunternehmen haben sich in der Region in den vergangenen Jahrzehnten angesiedelt – etwa jedes achte kommt aus dem Ausland, viele aus Deutschland, darunter Konzerne wie Bayer und Siemens.

Die Industrialisierung hat Kocaeli Wohlstand beschert. In keiner anderen türkischen Provinz, Istanbul ausgenommen, ist das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf höher. Sie hat die Bewohner jedoch auch krank gemacht, wie Recherchen des SPIEGEL und des Journalistennetzwerks European Investigative

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