Als Vizepräsident der Europäischen Zentralbank musste Vitor Constâncio stets vorsichtig sein: Jeder Satz, jedes Wort, das er zu Wirtschaft und Zinsen sagte, konnte an den Finanzmärkten Milliarden Euro bewegen. Nun ist Constâncio seit gut einem Jahr im Ruhestand - und kann freier darüber sprechen, was ihn umtreibt: und das scheint vor allem Deutschlands Weigerung zu sein, neue Schulden aufzunehmen. Dass die Bundesregierung trotz Minuszinsen auf Staatsanleihen und drohender Rezession am Mantra der schwarzen Null festhält, lässt den Ökonomen schier verzweifeln. "Ich denke, diese Haltung macht keinen wirtschaftlichen Sinn", sagt Constâncio im Interview mit dem SPIEGEL. In einer Situation, in der der Privatsektor mehr sparen will als investieren, "sollte der Staat sein Defizit ausweiten und seine Investitionen sowie das Angebot an Staatsanleihen erhöhen", meint der Portugiese. Konkret hieße das: neue Schulden machen. "Das würde dann auch zu höheren Zinssätzen und einem niedrigeren Leistungsbilanzüberschuss

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 35/2019.
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