Ost-West-Klischees sind langlebig. Über Ostdeutschland heißt es oft, dass dort irgendwie unzufriedene Menschen leben, gebeutelte, maulige Wesen, die mit den Verhältnissen im Hier und Jetzt hadern. Selten ist von Zufriedenheit oder gar Glück die Rede, in Sachsen, Thüringen oder Brandenburg. Höchstens von Wut. 

Ganz im Gegensatz zu den Westdeutschen, die im Ruf stehen, unwütend, gut gelaunt und zufrieden vor sich hin zu leben. Erhellend ist es, sich das "Sozio-oekonomische Panel" anzuschauen: eine Langzeitstudie, die seit über 30 Jahren auch die Lebenszufriedenheit der Deutschen ergründet. 

Jährlich werden mehr als 10.000 Personen befragt, die ihre aktuelle Lebenszufriedenheit auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten sollen. 0 bedeutet: "vollkommen unzufrieden", 10 heißt: "vollkommen zufrieden". Die Analyse der Daten durch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung zeigt, dass die Unterschiede zwischen Ost und West Anfang der Neunzigerjahre noch groß waren. 

1991 lag die "mittlere Lebenszufriedenheit"

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 41/2019.
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