Herbert Wilke, 84 Jahre alt, hatte tagsüber noch Holz gehackt. Um 23 Uhr klagte er über Kopfweh, plötzlich konnte er nicht mehr sprechen. Der Rettungsdienst brachte den Mann ins Krankenhaus nach Northeim. Dort legten sie ihn auf die Isolierstation, wegen seiner Durchfälle. Schon auf dem Flur, sagen die Angehörigen, seien seine Schreie zu hören gewesen.

Das war am 5. November 2018. Erst drei Tage später wurde der Kopf des Patienten untersucht. Seine Töchter sagen, sie hätten abwechselnd auf einen Arzt gewartet, um auf den Zustand ihres Vaters hinzuweisen. Bei der Computertomografie habe sich die Ursache der Beschwerden gezeigt: eine massive Hirnblutung.

Herbert Wilke ist seitdem ein Pflegefall - und seine Familie mit der Frage beschäftigt, ob das so kommen musste. Man könnte glauben, dass es hier auf dem Land, im ehemaligen Zonenrandgebiet, einfach zu wenige Kliniken gäbe und es deshalb zu lange gedauert hätte, bis Wilke eingeliefert wurde. Unter allen denkbaren Ursachen scheidet diese allerdings aus.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 21/2019.
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