Schimmelbusch, 44, war Investmentbanker und ist Schriftsteller.

Im Jahr 1930 konnte John Maynard Keynes das Gejammer nicht mehr hören. Der Ökonom konnte die moribunde Stimmung nicht mehr ertragen, den Pessimismus, der in den Adern der britischen Gesellschaft kursierte. Den Irrglauben, dass die Ära ökonomischen Fortschritts bald an ihr Ende kommen würde.

Und so setzte er der schlechten Laune seinen radikalen Optimismus entgegen, der in der Prophezeiung gipfelte, dass jeder Brite hundert Jahre später nur noch 15 Stunden in der Woche werde arbeiten müssen – und dies auch nur, um den Übergang in das Zeitalter der Muße nicht zu traumatisch zu gestalten.

Der technologische Fortschritt, orakelte Keynes, würde den Menschen bis dahin von jedem Erwerbszwang befreien, sodass er sich "zum ersten Mal seit Anbeginn der Zeit" mit seinem "ewigen Problem" konfrontiert sähe: nämlich der Antwort auf die Frage, wie man leben soll.

Aus heutiger Sicht ist Keynes ohne Zweifel zu den großen Visionären des 20. Jahrhunderts

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 14/2019.
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