"Hier - traf er, da bald darauf ihre erschrockenen Frauen erschienen, Anstalten, einen Arzt zu rufen; versicherte, indem er sich den Hut aufsetzte, daß sie sich bald erholen würde; und kehrte in den Kampf zurück."

(Heinrich von Kleist: "Die Marquise von O...")


Eine Frau erwartet ein Kind. Sie weiß nicht von wem; das kommt vor. Sie weiß nicht, wann und wie es passiert ist, wie es überhaupt passieren konnte; das ist selten. Denn es ist ja nicht so, dass es zu viele Kandidaten gäbe. Es gibt keinen einzigen. Die Marquise, verwitwet und "von vortrefflichem Ruf", hat keinerlei Erklärung für ihre Umstände, das hat es nicht gegeben, seit Maria mit Jesus schwanger ging. 

Heinrich von Kleists "Die Marquise von O…" erzählt eine unerhörte Begebenheit. Ist es denkbar, dass eine Frau schwanger wird, ohne davon das Geringste mitzubekommen? Und wenn es denkbar ist: Wie erzählt man das? Wie erzählt man das zu Beginn des 19. Jahrhunderts, im sittenstrengen Deutschland, ohne einen Skandal zu verursachen?

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