Der Reflex funktioniert noch immer. "Die Treuhand", sagt der Görlitzer Soziologe Raj Kollmorgen, sei wie ein Codewort, "das man aufruft, und alle sagen: ja, wie wahr!" Die meisten Ostdeutschen können sich schnell darauf einigen: Die Institution, die 1990 gegründet wurde und binnen vier Jahren rund 8500 staatliche, sogenannte volkseigene Betriebe der DDR privatisierte, gilt als Ursache allen Übels, das die Menschen zwischen Zinnowitz und Zwickau heute beklagen.

Die Treuhandanstalt, heißt es, habe die ostdeutsche Industrie plattgemacht und Millionen Arbeitsplätze vernichtet. "Der Schaden, den die Treuhand angerichtet hat", behauptet der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, sei "bis heute eine wesentliche Ursache für den ökonomischen Rückstand des Ostens und für politischen Frust vielerorts".

Sein Parteifreund Bodo Ramelow, Ministerpräsident in Thüringen, schlägt in dieselbe Kerbe: "Aus der Zeit, in der die Treuhand das Zepter führte", stamme das heute noch unter Ostdeutschen

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 37/2019.
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