Kann so ein altes, zerfleddertes Buch noch gefährlich sein? Schon der Titel klingt ja absurd: "'Es ist nahe vor der Tür'. Über das, was man nicht glauben will und was doch so nahe ist".

Die Schrift stammt aus dem Jahr 1917; seit vergangener Woche liegt sie hinter Glas im Kloster Dalheim nahe Paderborn. Sie bestückt dort eine Ausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe über Verschwörungstheorien.

Der Bochumer Slawist und Historiker Michael Hagemeister haderte jedoch, ob man dem Besucher das Buch überhaupt zumuten könne: "Man weiß ja nie, was für eine Wirkung so etwas noch hat."

Brisant ist nicht das Buch selbst, das apokalyptische Prophezeiungen enthält – sondern eine ihm eingefügte fremde Schrift. Diese ist der Welt unter dem Namen "Protokolle der Weisen von Zion" bekannt geworden, eine der vermutlich wirkmächtigsten antisemitischen Hetzschriften des 20. Jahrhunderts. Allerdings liest sich dieses Buch eher nicht wie eine Hetzschrift, was das Machwerk umso gefährlicher werden ließ.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 22/2019.
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