Es gibt Sekten, die als Unternehmen daherkommen. Ihr Glaube ist Geld, ihre Gläubigen sind die Mitarbeiter, ihre Priester sind die Chefs. Das Ziel: reich werden. Einstieg: jederzeit. Ausstieg: nicht vorgesehen. Die Methoden: Abhängigkeit schaffen, Gehirn waschen, drohen.

Eines dieser Unternehmen ist die Deutsche Vermögensberatung AG, kurz DVAG.

Natürlich ist die DVAG nicht im religiösen Sinne eine Sekte, sondern ein sehr erfolgreicher Vertrieb für Versicherungen und Aktienfonds, für den rund 17.000 hauptberufliche Vermögensberater arbeiten. Ex-Mitarbeiter zeichnen jedoch das Bild einer Zwangsgemeinschaft, die niemanden einfach wieder entlässt. Zwei von ihnen haben dem SPIEGEL ihre Geschichte erzählt.

Nach außen scheint die DVAG sehr seriös. Sie verspricht "Unser Bestes für unsere Kunden" und wirbt mit Prominenten wie der Trainerlegende Jürgen Klopp. Neue Mitarbeiter lockt der Konzern mit dem Slogan: "Wir suchen Menschen, die mehr vom Leben wollen."

Eine Aussage, die zu Ralf Scheffner passte, als er Mitte der Neunzigerjahre den Anruf bekam, der sein Leben verändern sollte. Ob er an finanziellen Vorteilen interessiert sei, fragte eine Frau namens Mechthild. Dem 19-Jährigen kam das unseriös vor, aber ihm gefiel die Stimme und er verabredete sich mit der Anruferin. Die Frau arbeitete für die DVAG, der junge Scheffner war für sie nur eine Telefonnummer, "Kaltakquise", Neukundengewinnung.

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