Am letzten Montagmorgen des Februar, drei Tage bevor im Osten des Kongo aus dem Kampf gegen das Ebola-Virus ein Krieg wird, begutachtet Dr. Jean-Christophe Shako, Leiter der Ebola-Operation in Butembo, die qualmenden Reste des Behandlungszentrums der Ärzte ohne Grenzen (MSF) in Katwa, das zwischen Eukalyptusbäumen und Maisfeldern in der harten Äquatorsonne liegt.

"Die Leute hier", sagt er leise, mit einem Gesichtsausdruck, in dem sich Wut und Müdigkeit mischen, "wollen einfach nicht akzeptieren, dass die Krankheit existiert." Zwei tiefe Falten bilden sich über seiner Nasenwurzel. "Sie denken, mit dem Impfstoff bringen wir ihnen den Tod, die Kliniken seien Orte des Todes. Die Regierung wolle ihren Stamm, die Nande, ausrotten." Deswegen würden sie sich wehren.

In der Nacht waren rund 30 Männer aus dem Busch gestürmt und hatten das fast fußballfeldgroße Areal mit Macheten und Pfeil und Bogen angegriffen und in Brand gesetzt. Noch in der Nacht wurden die Patienten evakuiert. Die Angreifer lassen

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 12/2019.
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!