47 Tage lang, vom 18. Oktober bis 3. Dezember 1989, war Egon Krenz SED-Generalsekretär und damit der starke Mann der DDR. Er hatte Erich Honecker gestürzt, weil dieser auf die Montagsdemonstrationen seiner Bürger und deren Flucht über Ungarn und die Tschechoslowakei keine Antwort fand. Zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls hat Krenz ein Buch geschrieben; um darüber zu reden, ist er nach Hamburg gekommen, mit dem Zug aus Ribnitz-Damgarten in Vorpommern. Aus seiner Tasche holt er während des fünfstündigen Gesprächs mehrfach Originaldokumente hervor, um seine Version der Ereignisse zu belegen. Krenz, 82, hat ein sehr gutes Gedächtnis, seine Ausführungen sind präzise. Dass er im "Politbüroprozess" 1997 wegen Totschlags zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, nimmt er der Bundesrepublik bis heute übel. Er glaubt weiterhin, dass der Sozialismus ein gutes Gesellschaftsmodell sein kann.

SPIEGEL: Herr Krenz, wie geht es Ihnen? 

Krenz: Ich bin fit - viel gesünder, als mich die Medien der Bundesrepublik

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 28/2019.
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