"Lass uns ein bisschen Spaß haben", befahl der Offizier der japanischen Armee dem Mädchen, "du siehst hübsch aus." Dann zeigte er sein Geschlecht. "Ich fürchtete mich so. Er nötigte mich, mich auf den Boden zu legen, und verletzte mich mit seinem Bajonett. Er zog mir die Hose aus und vergewaltigte mich, bis ich blutete."

Die Szene, die die Koreanerin Kim Young Suk im Dezember 2000 vor einem inoffiziellen Kriegsverbrechertribunal in Tokio schilderte, könnte sich so oder ähnlich auch in Weißrussland abgespielt haben. Oder in Frankreich. Oder in Deutschland. Niemals seit dem Dreißigjährigen Krieg wurden in einem bewaffneten Konflikt so viele Frauen und Mädchen vergewaltigt wie im Zweiten Weltkrieg. Millionen mussten "bekennen", wie deutsche Frauen damals verschämt sagten. Zehntausende starben an den Folgen, wurden umgebracht oder begingen Selbstmord.

Allein Soldaten der Roten Armee missbrauchten schätzungsweise zwei Millionen deutsche Frauen, viele mehrfach. Japanische Soldaten verschleppten

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der Ausgabe 2/2019.
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