Seit ich mit Ibragim befreundet bin, spricht er vom Heiraten. Elf Jahre lang geht das schon so. „Dieses Jahr ist es so weit!“, sagte er hin und wieder, und es klang männlich und entschlossen. Ibragim ist Tschetschene, er klingt eigentlich immer männlich und entschlossen, das gehört zum Umgangston. Aber jedes Mal stellte sich heraus, dass Ibragim gar nicht wusste, wen er denn heiraten würde. Er hatte den guten Vorsatz, aber nicht die passende Braut dazu.

Diesen Frühling rief mich Ibragim an und lud mich zu seiner Hochzeit ein. Ich ließ mir versichern, dass eine Braut vorhanden sei, und machte mich auf den Weg nach Schalaschi, Ibragims Heimatdorf.

Schalaschi liegt am Fuße des Nordkaukasus, eine Autostunde von der tschetschenischen Hauptstadt Grosny entfernt. Ibragim fuhr mich im Auto hin, vorbei an den ersten blühenden Birnbäumen und an grünen Straßenschildern, auf denen „Gott ist groß“ und „Gott sei gelobt“ stand. Tschetschenien ist sehr fromm geworden in den vergangenen Jahren.

Ibragim hatte

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