Nun also Emil Nolde, der Blumen-Nolde. Dass der Lieblingsexpressionist der Deutschen näher an den Nazis war, als er später zugab, ist seit Längerem bekannt. Doch die Details fehlten, so blieb diese Nähe verschwommen. Nun erst werden sie bekannt, viele unschöne Wahrheiten – das Bild von Nolde und seiner Kunst werden sie für immer ändern.

Für diese Zäsur sorgt eine Berliner Ausstellung mit einem langen Titel. Der erste Teil davon ist harmlos, Standard sozusagen. "Emil Nolde. Eine deutsche Legende." Doch daran klebt ein Satz, zu dem die Museen lange nicht den Mut hatten: "Der Künstler im Nationalsozialismus".

Schon im Vorfeld der Schau war die Aufmerksamkeit riesig, weil Kanzlerin Angela Merkel das Projekt offenbar zum Anlass nahm, zwei Nolde-Bilder aus ihrem Büro abhängen zu lassen. Ihretwegen zieht sich seit Tagen die Frage durch die Feuilletons, ob es richtig ist, sich einem neuen Forschungsstand zu beugen.

Sogar Parallelen zwischen ihrer nun womöglich weißen Wand und dem Bildersturm der Nazis

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 16/2019.
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