Natürlich war Hiltrud Werner klar, dass sie keine leichte Aufgabe übernehmen würde, als sie VW-Vorstand für Integrität und Recht wurde. VW ist ein globaler Konzern, und sie sollte dafür sorgen, dass sich alle 660.000 Mitarbeiter an die Regeln des Konzerns halten. Regeltreue heißt das auf Deutsch, Compliance auf Neudeutsch. Ausgerechnet bei VW, dem Konzern des Dieselskandals, in dem es seit Jahren Affäre um Affäre gegeben hat.

Einfach nur Regeln aufstellen reicht da nicht. Werner muss die Unternehmenskultur verändern. Die Mitarbeiter sollen sich weniger als Befehlsempfänger verstehen denn als Mitarbeiter mit Wertebewusstsein, die ein Gespür dafür entwickeln, welche Geschäfte integer sind – und welche nicht.

Wie schwer das ist, erfuhr die Ökonomin vor wenigen Monaten. Da warnte sie vor einer Kooperation, die VW eingehen wollte und die sie problematisch fand. Das Projekt wurde abgesagt. Einige Kollegen wollten gleich wissen, ob Werner und ihr Bereich jetzt den Primat über das Geschäft hätten.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 4/2019.
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