Es klingt wie ein schlechter Scherz. Ausgerechnet der Ungar László Trócsányi soll in der künftigen EU-Kommission für die Beitrittsverhandlungen mit den Ländern des Westbalkan zuständig sein. Ausgerechnet der Mann also, der als Justizminister Viktor Orbáns umstrittene Gesetze zur Gängelung von NGOs erarbeitete und der vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die Flüchtlingsquote stritt, soll die EU-Aspiranten künftig bei ihrem Weg in die europäische Rechtsgemeinschaft begleiten.

Doch der Ungar könnte nicht nur wegen seiner politischen Ansichten unter Druck geraten, wenn die EU-Parlamentarier in gut einer Woche ihre Anhörungen der Mitglieder in von der Leyens Team starten. Trócsányi muss sich auch gegen den Vorwurf wehren, seine politischen Ämter nicht immer scharf von seinen wirtschaftlichen Interessen getrennt zu haben.

So erhielt eine von ihm gegründete Kanzlei zahlreiche Regierungsaufträge – und zwar auch während seiner Zeit als Justizminister. "Trócsányi & Nagy" vertraten beispielsweise

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 38/2019.
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