Der Raum, in dem die deutsche Kanzlerin den französischen Präsidenten von ihrem Spitzenkandidaten überzeugen will, ist deutsch eingerichtet: eine Sitzgruppe aus braunem Leder, am Fenster eine einsame Topfpflanze. Auf dem Tisch steht eine Plastikflasche mit Mineralwasser und eine Thermoskanne mit Kaffee. Kein Zweifel: mehr Kanzleramt als Élysée. Dorthin, in einen der deutschen Delegationsräume im vierten Stock des neuen Ratsgebäudes in Brüssel, ziehen sich Angela Merkel und Emmanuel Macron am Dienstagnachmittag zurück, bevor sie 45 Minuten später zu ihren Kollegen beim informellen EU-Dinner stoßen. Merkels Sprecher postet noch davor ein Foto auf Twitter, Angela Merkel und Emmanuel Macron, beide lächelnd.

Doch der Schein trügt. Das Verhältnis zwischen Berlin und Paris ist so angespannt wie lange nicht mehr. Seit Macron vor zwei Jahren in den Élysée-Palast eingezogen ist, hat das deutsch-französische Verhältnis eine neue, hitzigere Betriebstemperatur. Macron will Europa verändern, doch die

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 23/2019.
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