Frans Timmermans steigt aus einem Kombi und steuert auf ein Lokal zu, in dem er mit Gewerkschaftern verabredet ist. Fernsehkameras schieben sich ihm in dem Weg, dann blockiert ein Mann den engen Bürgersteig, er hat sein Smartphone gezückt und filmt den Vizepräsidenten der EU-Kommission.

"Welchen Plan haben Sie?", fragt er Timmermans in gebrochenem Englisch, es klingt nicht freundlich.

Timmermans' Leibwächter schauen besorgt, ihr Chef ist noch keine zwei Stunden in Ungarns Hauptstadt Budapest, und nun lauert ihm schon zum wiederholten Mal ein aggressiver Fragesteller auf.

"Welchen Plan haben Sie?", fragt der Mann mit dem Smartphone erneut, er ist ganz in Schwarz gekleidet. Vor wenigen Tagen hatte Regierungschef Viktor Orbán Timmermans öffentlich als Söldner des aus Ungarn stammenden US-Milliardärs George Soros gebrandmarkt und der EU vorgeworfen, Migranten zwangsweise in Ungarn ansiedeln zu wollen.

"Nicht Orbán, das Volk will hier keine Flüchtlinge", ruft der Mann, eine Stadt mit vielen Migranten

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 9/2019.
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