Die Ermordung des CDU-Politikers Walter Lübcke wäre eine Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte, wenn sich der Verdacht der Polizei bestätigt. Sie wäre nicht nur ein Angriff auf Lübckes Leben, sondern auch auf Freiheit und Demokratie. Es wäre, soweit bekannt, der erste Mord von Rechtsterroristen an einem Repräsentanten des Staates seit sehr langer Zeit. In der Weimarer Republik gehörten derartige Morde zum aufgepeitschten Alltag. Der frühere Reichsfinanzminister Matthias Erzberger und Außenminister Walther Rathenau wurden die prominentesten Opfer des "weißen Terrors" der paramilitärischen "Organisation Consul". Erzberger, Rathenau und andere mussten auch deshalb sterben, weil sie Verfechter der Demokratie waren. Mit den Attentaten sollte das staatliche und demokratische System erschüttert werden, für das sie standen.

Gewiss, es gibt Grenzen des Vergleichs zwischen Weimar und der Gegenwart. Die Weimarer Demokratie war neu, unerprobt und somit fragil. Nach dem Ersten Weltkrieg lag Deutschland

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 26/2019.
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